RÄUME UND GESELLSCHAFTEN
IM WANDEL DER ZEIT

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Die Russische Revolution
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Der 2. Weltkrieg
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Großmachtpolitik
Der moderne Bundesstaat
Die Schweiz im 20. Jahrhundert
BERN (BE)
Die Gründung der Stadt Bern
Erst Grossmacht, dann Hauptstadt
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Pfahlbauer, Helvetier, Römer, Alemannen
Stiftungsurkunde und die Johanniter
Franzosenzeit, Landwirtschaft
Die Vorortsgemeinde





Großmachtpolitik

Die Eroberung des Aargaus 1415

Weil der österreichische Herzog gegen den Willen des Kaisers den abgesetzten Papst Johann unterstützte, wurde über ihn die Reichsacht verhängt. Darum forderte der Kaiser die Eidgenossen auf, das österreichische Stammland, den Aargau zu besetzen.
Bern sicherte sich den Löwenanteil. Es eroberte 17 Städte und Schlösser, von Zofingen bis Brugg (west-östlicher Verkehrsweg). Auch Zürich und Luzern nutzten die Gelegenheit, ihr Gebiet auf Kosten der Habsburger zu erweitern.

Das Schloss Baden bezwangen die Eidgenossen gemeinsam. Deshalb wurde das Gebiet um Baden zur „Gemeinen Herrschaft“, d. h. von den eidgenössischen Ständen gemeinsam verwaltet (regelmässige „Tagsatzung“ in Baden).


Der Alte Zürichkrieg - ein Bruderkrieg

Beim Wettlauf um die Erbschaft des letzten Grafen von Toggenburg gerieten die Schwyzer in den Interessenbereich Zürichs.

Rudolf Stüssi, der draufgängerische Bürgermeister von Zürich, strebte danach, die Gebiete zwischen Zürich und Chur in seine Hand zu bringen (wichtige Handelsstrasse nach dem Süden).

Ital Reding, der schlaue Landammann von Schwyz, richtete sein Auge ebenfalls auf dieses Gebiet, weil es den Schwyzern als reiches Kornland sehr nützlich sein konnte.

Zürich verhängte eine Lebensmittelsperre gegen Schwyz. Beide Parteien unternahmen mit ihren Kriegsflotten Raubzüge entlang den Ufern und lieferten sich Gefechte. Als alle eidgenössischen Stände auf die Seite der Schwyzer traten, verbündete sich Zürich mit Österreich-Habsburg.

Vor den Toren Zürichs, bei St. Jakob an der Sihl, erlitten die Zürcher 1443 eine schwere Niederlage. Stüssi fiel im Kampf.

Man bemühte sich umsonst um einen Frieden. Den Zürchern war ein einziger Stützpunkt ausserhalb der Stadt geblieben: Greifensee. Die Eidgenossen belagerten das Städtchen und liessen die Besatzung nach der Übergabe erbarmungslos enthaupten. Diese Bluttat lastete noch lange auf dem Gewissen der Eidgenossen.

Nun richtete Kaiser Friedrich III. (ein Habsburger) ein Hilfsgesuch an den französischen König. Diesem bot sich so die Gelegenheit, ein ihm überflüssiges Söldnerheer- die Armagnaken - ausser Landes zu schieben.
Plündernd erschienen etwa 40'000 Armagnaken unter dem Dauphin (= Kronprinz) Ludwig vor Basel, um die Stadt für Frankreich zu erobern. Die Eidgenossen, die gerade die Farnsburg im Jura und Zürich belagerten, schickten dem neuen Feind einstweilen einen Erkundigungstrupp entgegen. Es waren 1500 Bewaffnete, die im August 1944 bei St. Jakob an der Birs (vor Basel, wo heute das Fussballstadion steht) gegen die Armagnaken kämpften und schlussendlich alle umkamen. Doch die Armagnaken zogen daraufhin wieder ab und noch über fünfhundert Jahre später sangen die Schweizer an ihrem Nationalfeiertag: „Heil dir, Helvetia, hast noch der Söhne ja, wie sie St. Jakob sah, nie vor Gefahren bleich..." (Text der alten Nationalhymne)


Der Burgunderkrieg (1476)

Karl der Kühne von Burgund wollte sein zerstückeltes Herzogtum in ein zusammenhängendes Königreich umwandeln. Darum griff er sofort zu, als ihm der österreichische Herzog Siegmund das Elsass als Pfandland für eine Summe von 10'000 Gulden anbot. Karl der Kühne wollte dann die Pfandländer nicht mehr herausgeben.
Herzog Karl der Kühne von Burgund
Da erhoben sich die Elsässer und enthaupteten den burgundischen Landvogt Peter von Hagenbach. Die Eidgenossen (mit den elsässischen Städten verbündet) erklärten Karl dem Kühnen den Krieg. Sogleich eroberten die Berner die Waadt bis ans Ufer des Genfersees.

Als Karl der Kühne sein Heer sammelte, standen plötzlich die Eidgenossen dem mächtigen Burgund allein gegenüber. Der französische König, der deutsche Kaiser und auch der österreichische Herzog Siegmund hatten sich schnell mit Karl dem Kühnen versöhnt. Der Hauptstoss des burgundischen Heeres richtete sich gegen Bern.

Im Frühjahr 1476 zog Karl der Kühne über den Jura nach Grandson am Neuenburgersee, belagerte das Städtchen und liess die eidgenössische Besatzung hinrichten.

Die von Neuenburg heranmarschierten 18'000 Eidgenossen fielen darauf sein Heer mit solch verbissener Wut an, dass es in überstürzter Hast die Flucht ergriff und den Eidgenossen die unvorstellbaren Schätze des burgundischen Lagers überliess. Auch Karl wurde von den Fliehenden mitgerissen.

Drei Monate nach der Schlappe von Grandson bedrohte Karl von neuem Bern. Seine Absicht war es, Murten einzunehmen und dann gegen Bern vorzustossen.
Doch Adrian von Bubenberg und die Besatzung von Murten hielten den schweren Bombarden stand und wehrten den ersten Sturm erfolgreich ab. Inzwischen hatten die Eidgenossen und ihre Verbündeten die Saane erreicht.

Am 22. Juli wollte man dem Feind begegnen. Karl hatte nicht geglaubt, dass die Eidgenossen noch an diesem Tag angreifen würden. Doch ordnete er dann rasch seine Truppen. Da hörte auch der Regen auf, der die ganze Nacht in Strömen gefallen war, die Sonne schien durch die Wolken. Nach ihrem Schlachtgebet schritten die Eidgenossen unentwegt vor, trotz der grossen Verluste, welche die Geschütze in ihre Reihen rissen. Dann aber umgingen sie die feindlichen Linien, schnitten den Burgundern den Rückzug ab und drängten sie in den See.

Das stolze Heer Karls des Kühnen wurde zum grossen Teil vernichtet. Der Herzog selber konnte sich retten. Von seinen Leuten lagen über 10'000 auf dem Schlachtfeld.

Mit der Niederlage von Murten war die Macht Karls des Kühnen erschüttert. Nun konnte der Herzog von Lothringen daran denken, sein Herzogtum zurückzuerobern. 8000 Eidgenossen halfen ihm dabei. Bei Nancy (1477) verlor Karl der Kühne Schlacht, Reich und Leben.

Ein Merkvers: Karl der Kühne verlor bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut und bei Nancy das Blut.


Die Tagsatzung von Stans 1481

Die Eidgenossenschaft stand nach den Burgunderkriegen vor einem Abgrund. Die Kriegswirren und das Söldnerwesen hatten eine Verwilderung gebracht (Saubannerzug).

Die Stadtkantone wollten Freiburg und Solothurn in den Bund aufnehmen, die Landkantone befürchteten aber eine Übermacht der Städte.

Es gelang dem Einsiedler Niklaus von Flüe, die Abgeordneten der Tagsatzung in Stans zu einigen.


Der Schwabenkrieg 1499

Die Eidgenossenschaft war immer noch ein Teil des Deutschen Reiches. Kaiser Maximilian schuf eine neue Reichsordnung (Reichspfennig und Reichskammergericht). Da die Eidgenossen nichts davon wissen wollten, bot der Kaiser die süddeutschen Städte und Fürsten („Schwaben“) auf, die Eidgenossen und die mit ihnen verbündeten Bündner zu unterwerfen.

Vom bündnerischen Münstertal entlang der ganzen Rheingrenze entbrannte ein Krieg, der nach vier Monaten mit dem Sieg der Eidgenossen bei Dornach ein Ende fand. Die Schweiz war nun endgültig unabhängig geworden, was ihr aber erst 1648 (im Westfälischen Frieden) urkundlich bestätigt wurde.


Die Mailänder Kriege und Marignano 1515

Durch ihre grossen Siege war das Ansehen der Eidgenossen so gestiegen, dass kein Fürst mehr Krieg führen wollte ohne Schweizer Söldner. So vertrieb im Jahr 1499 der französische König mit Hilfe von Schweizern den mailändischen Herzog Ludwig Moro aus der Lombardei. Schon im nächsten Jahr eroberte dieser die Lombardei zurück, ebenfalls mit Schweizer Söldnern, aber nur für kurze Zeit. Wieder erschien der französische König und schloss Moro in Novara ein. Es war ein Kampf zwischen Schweizern zu befürchten, weshalb von den Franzosen der freie Abzug der eidgenössischen Söldner erwirkt wurde. Moro, der mit ihnen abziehen wollte, wurde aber von einem Urner verraten und geriet in Gefangenschaft. 1512 zogen 20'000 Eidgenossen im Dienst des Papstes in die Lombardei und vertrieben die Franzosen. Damit stand der eidgenössische Kriegsruhm auf seinem Höhepunkt. 1515 wendete sich das Blatt, als die Eidgenossen bei Marignano von den Franzosen geschlagen wurden und sich aus Oberitalien zurückziehen mussten.






































































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